Kosten und Gebühren im Detail

Außergerichtliche Verfahren:

Bezüglich außergerichtlicher Tätigkeiten sind die gesetzlichen Gebühren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) nicht zwingend vorgeschrieben, sodass sich folgende Möglichkeiten bieten:

Abrechnung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG):

Hierbei sind die Kosten abhängig von Gegenstandswert, wirtschaftlicher Bedeutung und Arbeitsaufwand.

Dazu folgendes Beispiel:

Gegenstandswert 5.000,00 €

kalk

Wird die Angelegenheit außergerichtlich geeinigt, entsteht zusätzlich eine Einigungsgebühr.

Zeithonorar:

Sie wünschen eine Vergütungsregelung, die sich ausschließlich nach dem Zeitaufwand Ihres Anwalts bemisst?

Dann vereinbaren wir Abrechnung auf Zeithonorarbasis bei minutengenauer Erfassung des Arbeitsaufwandes zzgl. Auslagenpauschale und MwSt.

Festpreis:

Wir vereinbaren einen Pauschalpreis zzgl. Auslagen und MwSt. für die gesamte außergerichtliche Bearbeitung der Angelegenheit.

Gerichtliche Verfahren:

Für gerichtliche Verfahren ist es nicht möglich Vergütungsvereinbarungen zu treffen welche die gesetzlichen Gebühren nach dem RVG unterschreiten. Die anfallenden Gebühren richten sich nach den maßgeblichen Gegenstandswerten. Diese sind jedoch der Höhe nach nicht exakt vorauszuberechnen, da sie davon abhängen, welcher Streitwert in der Angelegenheit festgesetzt wird. Im Scheidungsverfahren wird der Streitwert vom Gericht nach folgenden Grundsätzen festgesetzt:

Im Regelfall ist maßgeblich das zusammengerechnete Einkommen bei den Eheleuten in einem Quartal, eventuell vermindert um eine Pauschale für minderjährige Kinder.

Falls Vermögen vorliegt, welches das sogenannte „Schonvermögen“ von 30.000,00 € übersteigt, ist der übersteigende Betrag noch mit 5% anzusetzen.

Sobald ein Scheidungsantrag bei Gericht eingereicht ist, können Sie die Höhe der anfallenden Gebühren selbst beeinflussen. Mehrkosten lassen sich hierbei vor allem dadurch vermeiden, indem Ihr Rechtsanwalt Ihre Ansprüche betreffend Zugewinnausgleich, nachehelichen Ehegattenunterhalt, oder Teilung der Haushaltsgegenstände rechtzeitig in den Scheidungsverbund einbringt und derartige Ansprüche nicht in einem isolierten Gerichtsverfahren geregelt werden müssen.

Weiter sollte grundsätzlich versucht werden, so genannte Scheidungsfolgesachen, ebenso wie der Getrenntlebendehegattenunterhalt und Kindesunterhalt möglichst außergerichtlich einer Einigung zuzuführen, da dann die anfallenden Kosten und Gebühren deutlich geringer sind, als im Falle einer streitigen Auseinandersetzung vor Gericht.

Hier ein Beispiel zur Berechnung des Streitwertes:

Dem vom Gericht errechneten Gegenstandswert wird der Gegenstandswert für sogenannte Folgesachen (nachehelichen Unterhalt, Güterrecht, Haushaltsteilung) hinzugerechnet.

Ein Ehepaar, aus wessen Ehe ein Kind hervorgegangen ist lässt sich scheiden. Hierbei verdient ein Ehepartner netto 2.500,00 € und der Andere 800,00 €. Vermögenswerte die oberhalb von 30.000,00 € liegen sind nicht vorhanden. Hieraus ergeben sich für ein Scheidungsverfahren folgende Kosten und Gebühren:

kalkulation2

Die sich aus der Beispielsrechnung ergebenen Kosten belaufen sich auf:

Gerichtskosten: 482,00 €
Rechtsanwaltsgebühren: 1.820,00 € inkl MwSt.

Wird hier zusätzlich über 50.000,00 € Zugewinnausgleich gestritten, ergeben sich folgende Möglichkeiten:

1. Innerhalb des Scheidungsverfahrens:

Gegenstandswert dann 62.051,00 €

Gerichtskosten: 1.998,00 €
Rechtsanwaltsgebühren: 3.736,60 € inkl. MwSt.

2. Isoliertes Verfahren:

Wird der Zugewinnausgleich in Höhe von 50.000,00 € nicht im Scheidungsverbund sondern als eigenständiges Verfahren geltend gemacht, fallen hingegen folgende Gebühren an:

  1. a) Scheidungsverfahren:

Gerichtskosten: 482,00 €
Rechtsanwaltskosten: 1820,00 € inkl. MwSt.

  1. b) Zugewinnausgleichsverfahren:

Gerichtskosten: 1.638,00 €
Rechtsanwaltsgebühren: 3.483,73 € inkl. MwSt.

Gesamt:

Gerichtskosten: 2.120,00 €
Rechtsanwaltsgebühren: 5.303,73 € inkl. MwSt.

Wird also in dem oben stehenden Beispiel der Zugewinnausgleich in einem isolierten gerichtlichen Verfahren geltend gemacht, fallen um 122 € höhere Gerichtskosten und um 1.567,13 € höhere Rechtsanwaltsgebühren an. Insgesamt eine finanzielle Mehrbelastung in Höhe von 1.689,13 €.

Aus diesem Grund sind wir stets bemüht, derartige Mehrkosten durch das Einbringen Ihrer Ansprüche betreffend Zugewinnausgleich, nachehelichen Ehegattenunterhalt, oder Teilung der Haushaltsgegenstände rechtzeitig in den Scheidungsverbund einzubringen und die für Sie anfallenden Kosten somit möglichst gering zu halten.

Im Übrigen sollte grundsätzlich immer versucht werden, sogenannte Scheidungsfolgesachen, ebenso wie Getrenntlebendehegattenunterhalt und Kindesunterhalt möglichst außergerichtlich einer Einigung zuzuführen, da die anfallenden Kosten und Gebühren auch in diesem Falle dann deutlich geringer ausfallen als im Falle einer streitigen Auseinandersetzung vor Gericht.

Beratungshilfe:

Sie verfügen über kein oder nur geringes eigenes Einkommen und können die Beratungsgebühren nicht selbst aufbringen? Sie verfügen auch nicht über eine Rechtsschutzversicherung?

Dann lassen Sie sich bei dem für Ihren Wohnsitz zuständigen Amtsgericht einen Beratungshilfeschein ausstellen und vereinbaren sodann Ihren Beratungstermin.

Verfahrenskostenhilfe:

Verfügen Sie über kein eigenes oder nur unzureichendes Einkommen, dann haben Sie entweder einen Anspruch auf Verfahrenskostenvorschuss gegenüber Ihrem Ehepartner oder aber auf Verfahrenskostenhilfe gegenüber der Staatskasse.

Hierbei gewährt Ihnen das Land einen Kredit für die Kosten des Gerichts und Ihres Anwaltes, welchen Sie je nach Höhe Ihres Einkommens ratenweise an das Land zurückführen müssen. Sind Sie zu einer Ratenzahlung nicht in der Lage, werden Sie hiervon befreit. In diesem Fall kann Ihre Einkommenssituation vier Jahre lang überprüft werden. Als Ergebnis dieser Überprüfung kann eine Ratenzahlungspflicht festgelegt oder erhöht werden.